Künstlerische Leitung: Albert Hetterle (Nationalpreisträger), Manfred Möckel
Mitwirkende: Monika Hetterle, Lotte Loebinger (Nationalpreisträgeri), Reinhard Michalke, Dieter Wien
Sie hören Audioausschnitte aus der Sinfonie Nr. 5 d-Moll, op. 47 von Dimitrij Schostakowitsch, gespielt von der Moskauer Staatlichen Philharmonie unter der Leitung von Kyrill Kondraschin
Redaktion und künstlerische Gestaltung: Regina Griebel/ Alexander Stillmark
Toningenieur: Eva Lau
Regieassistent: Lothar Hahn
Schnitt: Edith Glowacki
Report: Dr. Richard Sorge Das Maxim Gorki Theater, der VEB Deutsche Schallplatten und das Staatliche Rundfunkkomitee widmen diese Schallplatte aus Anlaß des 25. Jahrestages der Bildung des MfS den Genossen im Ministerium für Staatssicherheit.
Sie wird damit den Wünschen vieler Werktätiger in den Brigaden und Angehörigen anderer Kollektive, die den Ehrennamen Dr. Richard Sorge tragen, nachkommen, sie bei ihrer Traditionspflege weiter wirkungsvoll und anschaulich zu unterstützen.
„ .... So wie Dr. Richard Sorge gelebt halt und gestorben ist, stelle ich mir einen Sozialisten vor: klug, mutig und aufrichtig für die einmal erkannte Wahrheit, bis in den Tod. Aus diesen Gründen wird Dr. Richard Sorge für mich immer ein leuchtendes Vorbild sein."
Diese Sätze schrieb ein Thälmann-Pionier der Dr.-Richard-Sorge-Oberschule in Berlin-Johannisthal in einem Aufsatz. Sie legen Zeugnis davon ab, daß das Vermächtnis des Helden der Sowjetunion, des deutschen Kommunisten und sowjetischen Kundschafters Dr. Richard Sorge (1895-1944) in den Köpfen und Herzen unserer Menschen bewahrt und weitergeführt wird. Das revolutionäre Vorbild dieses legendären Heiden spielt seit etwa zehn Jahren eine hervorragende Rolle im gesellschaftlichen Leben unserer Republik, insbesondere im Ausbildungs- und Erziehungsprozeß. Alle gesellschaftlichen Kräfte, voran die Partei der Arbeiterklasse, die Massenorganisationen und viele Staats- und Wirtschaftsfunktionäre, haben sich um die Sorge-Traditionspflege verdient gemacht. Millionen Bürger unserer Republik kennen die Heldentaten Dr. Sorges und seiner Kundschaftergruppe „Ramsay". An über siebzig Kollektive und Einrichtungen in der DDR wurde der Ehrenname Dr. Richard Sorge verliehen, über dreißig Brigaden in allen Industriezweigen, die seinen Namen tragen, zählen mit ihren Produktionsleistungen und ihrer gesellschaftlichen Arbeit zu den Schrittmachern unserer sozialistischen Gesellschaft. Über 100000 Bürger hörten die Vorträge des Funkers Max Christiansen-Glausen, in denen er über die Arbeit der Gruppe „Ramsay" sprach.
Alle am Dr. Richard Sorge-Report Beteiligten haben sich die Aufgabe gestellt, den Kampfweg Dr. Richard Sorges und seiner Genossen in großen Umrissen nachzuzeichnen.
Die Zeit für einen „Dr. Richard Sorge-Report" im Theater und auch für zwei Schallplattenseiten ist begrenzt. Es galt auszuwählen, zu straffen und sich auf wesentliches zu konzentrieren. Doch was ist bei einer solchen Persönlichkeit unwesentlich oder auch nur zufällig? Da ist der Wissenschaftler Dr. Richard Sorge, in dem die Potenz zu einem bedeutenden Gelehrten steckte, der aber seine akademische Laufbahn aufgibt und ins Bergwerk ging, um seine wissenschaftlichen Fähigkeiten auf staats- und wirtschaftswissenschaftlichem Gebiet ganz in den Dienst des Kampfes der Arbeiterklasse zu stellen. Da ist der Parteiarbeiter Dr. Richard Sorge, der mit seinem Wissen und seiner engen Beziehung zu den Massen in der Partei Ernst Thälmanns ein hervorragender Propagandist wurde und diese Arbeit freiwillig gegen die gefahrvolle Kundschaftertätigkeit für die Rote Armee tauschte. Damit erfüllte er die patriotische Pflicht gegenüber seiner Heimat, der Sowjetunion, weil, wie er es einmal nannte, „seine Natur unverzügliches Handeln an der entscheidenden Front verlangte".
Der „Report" verzichtet auf eine durchgehende Biografie Dr. Richard Sorges. Er konzentriert sich auf entscheidende Abschnitte seines Lebens und versucht so seine Persönlichkeit zu deuten. Eigene Aussagen, Dokumente und Berichte von Freunden und Mitkämpfern halfen das Vorbild Dr. Richard Sorge nacherlebbar zu machen. Diesem Ziel dienen viele charakteristische Details aus seinem Leben, insbesondere aus seiner Schulzeit in Berlin-Lichterfelde, aus der Zeit des I. Weltkrieges, aus den Jahren seines Aufenthaltes in der Sowjetunion und während seiner Kundschaftertätigkeit in Japan. Das Erlebnis des I. Weltkrieges und die Nachricht vom Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution bezeichnet Dr. Richard Sorge noch in seinen Aufzeichnungen im Sugamo-Zuchthaus als die entscheidenden Momente seiner Wandlung und Reife:
„Die Revolution, die damals in Rußland ausbrach, zeigte mir den Weg, den die internationale Arbeiterbewegung gehen mußte." Sicher dienen gerade die persönlichen Erinnerungen und Charakteristika dazu, das Bild Dr. Richard Sorges konkret mit den Mitteln der Kunst überzeugend darzustellen. Seine wissenschaftliche Leistung kann im Rahmen eines solchen Reports nicht gebührend gewürdigt werden, und doch hatte gerade sie entscheidenden Einfluß auf den Erfolg seiner Kundschaftertätigkeit.
Diese komplizierte und schwierige Aufgabe, die Pläne der japanischen Faschisten gegen die Sowjetunion in Erfahrung zu bringen, loste er auch im schweren Jahr 1941, angesichts des heimtückischen Überfalls der deutschen Faschisten auf die Sowjetunion, mit revolutionärer Leidenschaft. Als er verhaftet wurde, waren die entscheidenden Informationen abgesandt.
Im Sugamo-Zuchthaus Tokyo mußte er drei qualvolle Jahre, tausend Tage voller Ungewißheit; ausharren, bis das Todesurteil vollstreckt wurde. Er starb als ein Held: mutig, ungebrochen und zuversichtlich. Als er unter dem Galgen stand, rief er: „Es lebe die Kommunistische Partei! Es lebe die Rote Armee! Es lebe die Sowjetunion!" Wir ehren den proletarischen Internationalisten Dr. Richard Sorge, indem wir sein Vermächtnis erfüllen. Sein Vermächtnis zu erfüllen heißt für uns: Unsere Tat für die Erhaltung des Friedens, die allseitige Stärkung unserer Republik und für die Entwicklung der Ökonomischwissenschaftlichen Integration der sozialistischen Staatengemeinschaft. Und es heißt vor allem enge und unverbrüchliche Freundschaft mit den Völkern der Sowjetunion.
Manfred Mockel